Tipps für Brautpaare - Teil 2: Was kostet ein Hochzeitsfotograf

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Im Gegensatz zu den Preisen für Ringe, Brautkleid und Feier, wissen die wenigsten Brautpaare, wie viel ein Hochzeitsfotograf kostet.

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Pauschal kann man das auch nicht beantworten, die Preise für die Hochzeitsfotografie sind so unterschiedlich wie die Fotografen und die Bilder selbst - und erscheinen (ohne das Wissen um die Arbeit, die in den Fotos steckt ) auf den ersten Blick teilweise zunächst recht hoch.

 

Es gibt Fotografen die für wenige Euro arbeiten, aber auch welche, wo man einen sehr hohen vierstelligen Betrag für eine Ganztagsreportage bezahlt. Beim einen kosten dann die Bilder extra, der nächste bietet Komplettpakete an.

 

So sollte man also bei der Suche nach einem Hochzeitsfotografen nicht nur die Preise, sondern auch die Leistungen vergleichen.

 


Dazu muss man anmerken, dass in den letzten Jahren die Hochzeitsreportage sehr stark in Mode gekommen ist. Früher war es üblich, dass der Fotograf lediglich zum Standesamt kam, und die Trauung sowie ein paar anschließende Portrait- und Gruppenfotos gemacht hat. Dann gab es ein paar Abzüge auf Papier, für die Eheleute, Eltern und Großeltern. Somit musste der Fotograf auch keinen vierstelligen Betrag in Rechnung stellen.

 

Heutzutage begleitet der Fotograf das Brautpaar meist über mehrere Stunden oder den kompletten Hochzeitstag, das beginnt morgens beim Ankleiden und Schminken der Braut, und endet meist erst nach Mitternacht. So ein Arbeitstag kann schell einmal 15 Stunden und länger dauern.

 

In diesen vielen Stunden einer Hochzeitsreportage kommt natürlich einiges an Bildmaterial zusammen, welches der Fotograf sichern, sortieren und auswerten muss. Anschließend beginnt das Bearbeiten der Bilder, dabei wird ein guter Fotograf jedes einzelne Bild anfassen, da die Aufnahme in einer Art digitalem Negativ erfolgt, und so ein optimales Bildergebnis erzielt werden kann.

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Alle Fotos werden in Farbe, Helligkeit, Schärfe und Kontrast optimiert, und die Portraitfotos erhalten eine gesonderte, sehr gründliche Bearbeitung, die den besonderen, eigenen Stil des Fotografen ausmacht.

 

Die Bearbeitungszeit geht meist weit über die Dauer des Fotografierens hinaus, für 1 Stunde Fotografieren kann man ca. 2 Stunden Nachbearbeitungszeit rechnen. Anschließend werden die Hochzeitsfotos digital entwickelt, doppelt gesichert, und auf CD/DVD gebrannt.


Nun erstellt der Fotograf Online-Galerien, Fotoalben und andere gewünschte Drucksachen, verpackt und verschickt die Bilder.

 

Zur Zeit liegen die Preise für Ganztagsreportagen im Durchschnitt zwischen 1500 und 4500 Euro - bei sehr gefragten, bekannten Fotografen auch noch wesentlich mehr -  wobei da natürlich auch zum Teil die Nachfrage den Preis ausmacht.

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Eine Hochzeit ist ein wichtiges und unwiederbringliches Ereignis, die Fotos kann man nicht wiederholen, deshalb hat ein guter Fotograf nicht nur eine (sehr teure) Kamera, sondern auch eine (nicht weniger teure) Ersatz-Ausrüstung dabei, für den Ernstfall dass die Technik einmal streiken sollte.

Mehrere Speicherkarten, Objektive, Ersatzakkus usw sind selbstverständlich. Der heimische Computer / Laptop ebenso, auch Fotobearbeitungs- und Verwaltungsprogramme benötigt der Fotograf zwingend für seine Arbeit.

 

Mindestens ein Vorgespräch mit dem Brautpaar, am Besten auch eine Besichtigung aller Plätze an denen die Hochzeit stattfindet, die Zeit um Angebote und Rechnungen zu schreiben, den Vertrag zu verfassen, Pflege der eigenen Homepage, Werbung und Beantwortung von Anfragen, Musterfotoalben und andere Druckerzeugnisse - mit dem Fotografieren ist es noch lange nicht getan.

 

Und natürlich muss der Hochzeitsfotograf auch Steuern zahlen. Außerdem auch einen Steuerberater, Mitgliedsbeiträge für Handwerkskammer und Berufsgenossenschaften, er muss sich versichern und seine Ausrüstung sollte ebenfalls versichert sein.

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Somit kann man bei einer 15 Stunden-Reportage in etwa rechnen:

 

Anfahrt / Abfahrt 2 Stunden 

Fotografieren 15 Stunden

Nachbearbeitung 30 Stunden

Erstellung Album / Online-Galerie 6 Stunden

Vorgespräch / Probeshooting usw  4 Stunden

Administrative Tätigkeiten 2 Stunden


Verlangt der Fotograf dafür beispielsweise 1500 Euro, bleiben - nach Abzug von Druckkosten, Fahrtkosten, Parkgebühren und anderen auftragsbezogenen Kosten (nehmen wir dafür mal 200 Euro an) zunächst ca. 21 Euro Stundenlohn "Brutto" übrig. Klingt erst einmal viel, ist jedoch nicht mit einem Angestelltenverhältnis zu vergleichen - denn nun gehen davon noch die Steuern (Einkommensteuer, Gewerbesteuer), Kammerbeiträge und Versicherungen wie Kranken- Renten- und Unfallversicherung ab (die der Fotograf allein tragen muss, da hier kein Arbeitgeber da ist, der einen Teil davon zahlt) Lohnfortzahlung bei Urlaub oder Krankheit gibt es nicht, im Gegensatz zu einem Angestelltenverhältnis.

 

Außerdem hat ein Hochzeitsfotograf nicht immer Saison und fotografiert nur eine begrenzte Anzahl an Hochzeiten pro Jahr - er sollte also von dem, was dann übrig bleibt, auch noch was zurücklegen für die hochzeitsarmen Monate... Abschreibungen für Ausrüstung, Kosten für ein evtl vorhandenes Studio und/oder Büro - der Rattenschwanz an Ausgaben ist enorm.

 

Anmerkung des Autors: ich sehe deutlich - ich sollte meine Preise erhöhen

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Also, liebe Brautpaare - Der Fotograf wird definitiv nicht steinreich - im Gegensatz, viele Fotografen finanzieren ihren Lebensunterhalt mit einem weiteren Job, um das machen zu können, was sie lieben - Hochzeiten fotografieren

   

Dies soll lediglich einmal ein kleiner Exkurs hinter die Kulissen der Fotografenwelt sein, die wohl nach außen immer sehr rosig aussieht, aber es ist wirklich harte Arbeit - und trotz allem kann ich mir nichts schöneres vorstellen und möchte die Fotografie nie wieder missen! 

Um es mit einem berühmten Zitat zu sagen "Meine Arbeit ist mein Hobby, und mein Hobby macht mir Spaß" ☺

 

Und wenn Ihr noch nicht den richtigen Fotografen für Eure Hochzeit gefunden habt, dann schaut doch mal hier rein:

Tipps für Brautpaare Teil 1 - wie finde ich den passenden Hochzeitsfotografen

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Kommentare: 6 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Chris (Montag, 10 März 2014 21:02)

    Hallo Astrid, vielen Dank für diesen informativen Exkurs in die Welt der Hochzeitsfotopreisgestaltung :) Neben dem Aufwand tragen Hochzeitsfootgrafen auch eine Menge Verantwortung. Daher finde ich die Preise auch im höheren Segment gerechtfertigt. Ich betreibe ein Portal, über das Fotoaufträge abgewickelt werden. Dort gibt es leider immer wieder Fotografen, die sich und Ihre Arbeit unter Wert verkaufen. Ganztagsreportagen ab 500€ können nicht "nachhaltig" sein. Wir haben auch eine Statistik (siehe Homepage Link) dazu erstellt und würden uns über dein Feedback dazu freuen. Beste Grüße Christian

  • #2

    andy (Dienstag, 11 März 2014 21:05)

    absolut treffend und objektiv zusammengefasst! ein toller beitrag und das sollten sich viele heiratende mal zu gemühte führen wenn sie tausende für ringe, location und kleidung ausgegeben haben, und dann beim fotografen sparen wollen. daumen hoch für deine objektive art und die nüchterne aber gut recherchierte auflistung!

  • #3

    Carlo (Freitag, 10 Oktober 2014 17:43)

    sehr guter Beitrag!

  • #4

    Maria (Mittwoch, 10 Dezember 2014 09:25)

    Hallo Astrid,
    ich gebe zu dass ich bei der Suche nach einem Hochzeitsfotografen zunächst über die Preise sehr entsetzt war, aber Dein Beitrag hat bei mir ein wenig Licht ins Dunkel gebracht. Von dieser Seite habe ich es noch gar nicht betrachtet. Und die Bilder bleiben ja ein Leben lang, da sollte man wirkloch nicht an der falschen Stelle sparen.
    Vielen Dank für den guten Beitrag und alles Gute

  • #5

    Lisa (Dienstag, 12 April 2016 13:41)

    Danke für die ausführlichen Informationen. 4500 Euro für 1 Tag Fotograf würde ich nicht ausgeben aber bei meiner Suche nach einem fotografen für unsere Hochzeit 2017 hatte ich auch Angebote weit über 3000 Euro bekommen. Es scheint also nicht ungewöhnlich zu sein.

  • #6

    M. Kohl (Sonntag, 05 Februar 2017 20:45)

    Schöner Beitrag, es ist wie in allen Bereichen im Leben: Qualität hat ihren Preis und billig ist nicht immer gleich gut. Diese Geiz ist geil Mentalität rächt sich irgendwann, vor allem wenn man an falscher Stelle spart.